BEHANDLUNGSKONZEPT

Schmerzen verstehen.
Gezielt behandeln.

Schmerz ist nicht nur ein Signal aus einem Gewebe. Er entsteht aus dem Zusammenspiel von Körper, Nervensystem und individueller Situation.

Deshalb behandeln wir nicht automatisch dort, wo es weh tut. Wir wollen zuerst verstehen, welcher Mechanismus den Schmerz auslöst oder aufrechterhält.

SCHMERZMECHANISMEN

Nicht jeder Schmerz funktioniert gleich.

Schmerzen können aus unterschiedlichen Mechanismen entstehen – und mehrere davon können gleichzeitig beteiligt sein.

01

Gewebe ist gereizt.

NOZIZEPTIV

Muskeln, Gelenke, Sehnen oder andere Strukturen senden aufgrund von Reizung, Belastung oder Verletzung verstärkt Warnsignale.

02

Nerven sind beteiligt.

NEUROPATHISCH

Eine Erkrankung oder Schädigung des somatosensorischen Nervensystems kann selbst Schmerz erzeugen – oft mit Brennen, Elektrisieren oder Missempfindungen.

03

Das System ist empfindlicher geworden.

NOZIPLASTISCH

Schmerz kann bestehen oder sich verstärken, obwohl keine ausreichende Gewebeschädigung oder Nervenläsion das Ausmaß erklärt. Die Schmerzverarbeitung selbst hat sich verändert.

EINORDNEN

Was hält den Schmerz aufrecht?

Wir suchen nicht nur den schmerzhaften Ort. Wir betrachten das Muster, in dem der Schmerz entsteht und sich verändert.

01

Verlauf und Auslöser

Seit wann besteht der Schmerz? Was verstärkt ihn, was lindert ihn, und wie hat er sich verändert?

02

Bewegung und lokale Strukturen

Beweglichkeit, Muskelspannung, Belastungsmuster und lokale Reizungen können Hinweise auf mechanische Anteile geben.

03

Nervensystem und Sensitivität

Brennen, Elektrisieren, Taubheit, Überempfindlichkeit oder ausgedehnte Schmerzen können auf eine Beteiligung des Nervensystems hinweisen.

04

Schlaf, Stress und Erholung

Schmerz wird nicht eingebildet – aber seine Verarbeitung wird unter anderem durch Schlaf, Belastung, Stress und Erholung beeinflusst.

BEHANDLUNG IN DER PRAXIS

Unser Schmerzkonzept.

Wir behandeln Schmerzen nicht mit einer einzelnen Methode. Je nach Befund setzen wir an drei Ebenen an – und kombinieren die passenden Verfahren innerhalb dieses Konzepts.

Schmerzkonzept – Schulter, Muskulatur und Wirbelsäule
01

Lokale Anatomie wiederherstellen

Wenn Gelenke, Faszien, Muskeln oder Bewegungsabläufe mechanisch gestört sind, arbeiten wir daran, lokale Beweglichkeit und Funktion wiederherzustellen. Dazu können zum Beispiel Chiropraktik und Osteopathie eingesetzt werden.

02

Lokalen Stoffwechsel verbessern

Im schmerzhaften Gewebe wollen wir Durchblutung, Stoffaustausch und lokale Reizverarbeitung unterstützen. Je nach Befund kommen zum Beispiel Neuraltherapie, Schröpfen, Akupunktur, Baunscheidt-Therapie oder Mikrostrom zum Einsatz.

03

Milieuregulation lokal und systemisch unterstützen

Wir unterstützen das lokale Gewebemilieu und zugleich systemische Regulationsbedingungen, die Regeneration und Belastbarkeit beeinflussen. Dafür nutzen wir zum Beispiel BEMER-Magnetfeld, Mikrostrom, Infusionstherapie und me2.vie-Therapie.

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VERSTEHEN

Was wir bei Schmerzen verstehen wollen.

Bevor wir behandeln, wollen wir verstehen, wie Ihr Schmerz entsteht, wodurch er beeinflusst wird und welche Ebene für die Behandlung tatsächlich relevant ist.

01

Wo entsteht der Schmerz – und wo wird er verarbeitet?

Der Ort, an dem Schmerz wahrgenommen wird, muss nicht identisch mit dem Ort sein, an dem das Problem entsteht. Deshalb betrachten wir lokale Strukturen ebenso wie Nerven und Schmerzverarbeitung.

02

Was löst ihn aus – und was hält ihn aufrecht?

Ein ursprünglicher Auslöser kann längst abgeklungen sein, während andere Faktoren den Schmerz weiter unterhalten. Entscheidend ist deshalb nicht nur, was am Anfang war, sondern warum der Schmerz heute noch da ist.

03

Welche Ebene steht im Vordergrund?

Wir unterscheiden, ob vor allem eine anatomisch-mechanische Störung, ein lokales Stoffwechselproblem oder eine veränderte Regulation des Gewebes und des Gesamtsystems relevant erscheint. Häufig überlagern sich mehrere Ebenen.

04

Wie verändert sich der Schmerz?

Bewegung, Belastung, Ruhe, Schlaf, Stress, Tageszeit und andere Situationen liefern wichtige Hinweise darauf, wie der Schmerz entsteht, verarbeitet und aufrechterhalten wird.

ABLAUF

So beginnt die Behandlung.

Der Einstieg bleibt bewusst allgemein. Die schmerzspezifische Vertiefung beginnt anschließend in der persönlichen Einordnung und Untersuchung.

01

Online-Anamnese

Sie geben uns vor dem ersten Termin einen Überblick über Ihre Beschwerden, Vorgeschichte, Diagnostik und bisherige Behandlung.

02

Persönliche Einordnung

Im Termin vertiefen wir die Punkte, die für Ihr Beschwerdebild relevant sind. Bei Schmerzen stehen Charakter, Verlauf, Auslöser, Funktion und mögliche beteiligte Mechanismen im Mittelpunkt.

03

Untersuchung und Diagnostik

Wir untersuchen die relevanten Strukturen und entscheiden, ob weitere Diagnostik für die Einordnung notwendig ist.

04

Behandlung nach Konzept

Aus den Befunden ergibt sich, auf welcher unserer drei Ebenen wir ansetzen: lokale Anatomie, lokaler Stoffwechsel und Milieuregulation.

05

Verlauf beobachten

Entscheidend ist nicht, ob eine Methode durchgeführt wurde, sondern ob sich Funktion, Belastbarkeit und Schmerz im Verlauf tatsächlich verändern.

WICHTIG

Nicht jeder Schmerz gehört zuerst zu uns.

Neue oder plötzlich sehr starke Schmerzen, Schmerzen nach einem relevanten Unfall, Fieber, neu aufgetretene Lähmungen, deutliche Gefühlsstörungen oder andere akute neurologische Auffälligkeiten sollten zunächst ärztlich abgeklärt werden. Bei akuten Notfällen wenden Sie sich bitte an den Rettungsdienst.

WISSENSCHAFTLICHE EINORDNUNG

Die International Association for the Study of Pain unterscheidet unter anderem nozizeptive, neuropathische und noziplastisch geprägte Schmerzen. Für chronische Schmerzen empfehlen Leitlinien eine personenzentrierte Beurteilung der Faktoren, die Schmerz und Alltag beeinflussen. Die wissenschaftliche Datenlage ist für die einzelnen Verfahren und Indikationen unterschiedlich; deshalb ordnen wir jede eingesetzte Therapieform separat ein.

Grundlagen: IASP Terminology & Revised Definition of Pain · NICE Guideline NG193.

IHR NÄCHSTER SCHRITT

Ihr Schmerz braucht nicht möglichst viele Therapien. Sondern die richtige Einordnung.

Wenn Sie wissen möchten, welche Mechanismen bei Ihren Beschwerden im Vordergrund stehen und wie wir daraus ein passendes Behandlungskonzept ableiten, beginnen Sie mit Ihrer Online-Anamnese oder fragen Sie Vinda gezielt zu Schmerzen.